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Klima- und Umweltschutzmanifest Neuleng­bach 2019

Barbara Löffler - Beschluss im Gemeinderat

Der Klimawandel ist eine sich schnell entwickelnde Herausforderung, die die globale Stabilität und die menschliche Existenz ernsthaft gefährdet. Es muss alles getan werden, um die weltweiten Treibhausemmissionen so weit zu reduzieren, dass die Erwärmung 1,5 °C nicht übersteigt (Pariser Klimaziel). Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn der weltweite CO2 Ausstoß bis 2030 halbiert wird und ab 2050 die CO2 Bilanz ausgeglichen, das bedeutet netto Null, ist.

Die Folgen des Klimawandels können bereits weltweit beobachtet werden und auch in Neulengbach bekommen wir sie schon in Form von langen Trockenperioden und heftigen Unwettern zu spüren. Wir dürfen nicht zulassen, dass durch den weiteren Anstieg der CO2-Emissionen der Klimawandel in eine Klimaproblematik mündet.

Weitere Probleme bereiten die zunehmende Umweltverschmutzung insbesondere durch Plastikmüll und das immer noch zunehmende Artensterben.

Neulengbach hat in den letzten Jahren schon einiges getan, um seinen Energieverbrauch zu senken und die benötigte Energie klimaneutral zu erzeugen. Als Beispiele seien angeführt: Umstieg auf LED Lampen, E-Fahrzeuge und Akkuwerkzeuge am Bauhof, Wärmeversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen, Photovoltaikanlagen im Schwimmbad, E-Car Sharing.

Um den Plastikmüll zu reduzieren, setzt Neulengbach im eigenen Bereich und bei Veranstaltungen auf Mehrweggeschirr und –besteck.

Seit 2 Jahren werden die öffentlichen Bereiche in Neulengbach pestizidfrei und ohne synthetischen Dünger gepflegt, und es wird darauf geachtet, standortgerechte und ökologisch wertvolle Pflanzen zu setzen. 

Um als Stadtgemeinde Neulengbach weitere Beiträge zum Klimaschutz und weitere Anstrengungen zum Umweltschutz zu leisten, hat der Gemeinderat am 10.9.2019 einstimmig das das folgende Klima- und Umweltschutzmanifest 2019 beschloßen, das bei Bedarf an neue Erkenntnisse in der Klimaforschung angepasst werden soll:

Klima- und Umweltschutzmanifest Neulengbach 2019

  • Neulengbach bekennt sich zur Verantwortung, Maßnahmen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung umzusetzen und achtet im eigenen Wirkungsbereich darauf, den CO2 Ausstoß weiter zu senken, um bestmöglich dazu beizutragen, das Pariser Klimaziel zu erreichen.
  • Es werden Maßnahmen und Aktionen bevorzugt, die bestmögliche Auswirkungen auf Klima, Umwelt und biologische Vielfalt haben.
  • Bei gemeindeeigenen Bauvorhaben und Flächenwidmungen finden die klimarelevanten Aspekte besondere Berücksichtigung. Dazu gehören Energiehaushalt, Bodenversiegelung, Fassaden- und Dachflächengestaltung, Anbindung an den Öffentlichen Verkehr etc. Es wird weiterhin an der Prämisse festgehalten, dass großvolumiger Wohnbau nur in Zentrumsnähe stattfindet. Bei Flächenwidmungen muss der Ressourcenverbrauch (Straßen-, Kanalnetz u.ä.) des Projekts miteinbezogen werden.
  • Bei der Ausarbeitung von Verkehrskonzepten wird eine Optimierung hinsichtlich der Klimaverträglichkeit angestrebt.
  • Zur weiteren Reduzierung von Plastikmüll werden bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum die Veranstalter angehalten und in Form von Weitergabe von Informationsmaterial (z.B. saubere Feste) dabei unterstützt, Mehrweggeschirr zu verwenden bzw. anfallenden Müll zu trennen.
  • Im öffentlichen Raum werden Baumfällungen weiterhin nur in begründeten (Schadens)-Fällen durchgeführt. 
  • Um die Biodiversität zu fördern, wird bei Neupflanzungen und (Neu)gestaltung von Grünflächen durchgehend auf standortgerechte und ökologische Bepflanzung geachtet.
  • Sensibilisierung der Bürger und Bürgerinnen Neulengbachs in Bezug auf den drohenden Klimanotstand durch regelmäßige Beiträge in der Gemeindezeitung, Vorträge usw. Das gilt auch für aufklärende Informationen schon im Kindergarten- und Schulalter.
  • Die Zusammenarbeit der Gemeinde in klimarelevanten Fragen mit Neulengbacher Betrieben und Institutionen sowie anderen Gemeinden, dem Gemeindebund und dem Land Niederösterreich wird verstärkt.